Macht KI Dein Unternehmen wertvoller? Wie Käufer KI-Einsatz 2026 bewerten

Macht KI Dein Unternehmen wertvoller? Wie Käufer KI-Einsatz 2026 bewerten

„Wir setzen stark auf KI“ steht inzwischen in fast jedem Information Memorandum. Die unbequeme Frage aus Käufersicht lautet: Wo genau – und was wäre der EBITDA-Effekt, wenn ihr es nicht tätet? An der Antwort entscheidet sich, ob KI-Einsatz Dein Multiple hebt oder als Marketingfloskel abgetan wird.

Wann KI bewertungsrelevant ist

Messbare Margenwirkung: Wenn Du zeigen kannst, dass automatisierter Kundenservice, maschinelle Content-Produktion oder KI-gestützte Werbeaussteuerung Deine Kostenquoten nachweislich gesenkt haben – mit Vorher-Nachher-Zahlen im Reporting –, kauft der Erwerber einen strukturellen Vorteil, keine Behauptung. Das trägt ein höheres Multiple.

Reduzierte Personenabhängigkeit: Dokumentierte, teilautomatisierte Prozesse senken das Schlüsselpersonenrisiko – einen der klassischen Multiple-Dämpfer. Ein Unternehmen, dessen Wissen in Systemen statt in Köpfen steckt, ist leichter übertragbar.

Skalierbarkeit mit Beleg: Wenn zusätzlicher Umsatz nachweislich unterproportional Personal erfordert, verändert das die Zukunftsrechnung des Käufers direkt.

Wann KI zum Bewertungsrisiko wird

Die Kehrseite sehe ich häufiger: KI-Rhetorik ohne Prozessdokumentation wirkt in der Due Diligence wie jede andere unbelegte Behauptung – sie beschädigt die Glaubwürdigkeit des gesamten Zahlenwerks. Kritisch wird es auch bei Abhängigkeiten: Wenn Kernleistungen an einzelnen externen Modellen oder Tools hängen, deren Preise und Verfügbarkeit Du nicht kontrollierst, bepreist der Käufer das als Risiko. Und bei KI-generierten Inhalten stellt sich zunehmend die Rechtefrage – dazu mehr im Beitrag über KI-Risiken in der Due Diligence.

Die Prüffragen, die Du beantworten können musst

Welche Prozesse laufen KI-gestützt, und wie sind sie dokumentiert? Was ist der quantifizierte Effekt auf Kostenquoten oder Durchlaufzeiten? Welche Tool-Abhängigkeiten bestehen, zu welchen Konditionen? Wer im Team beherrscht die Systeme – und was passiert, wenn diese Person geht?

Konkret empfehle ich: Führe ein KI-Register wie ein Add-back-Register: je Einsatzfeld der Prozess, der messbare Effekt, die Abhängigkeiten. Damit wird aus dem Buzzword ein Bewertungsargument – und Du kontrollierst die Story, statt sie in der Q&A-Runde zu improvisieren. Wo Dein Multiple grundsätzlich liegt, zeigt unsere Multiple-Übersicht; was es treibt, der Beitrag zu den fünf Multiple-Treibern.


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Über den Autor: Matthias Walter Eser ist Gründer von ESER CAPITAL und agiert als externer CFO und strategischer M&A Berater mit Fokus auf E-Commerce- und Digitalunternehmen. Er begleitet Gründer von der Skalierung bis zum Exit und sorgt dafür, dass finanzielle Exzellenz kein Zufallsprodukt ist. Er ist zudem Mitglied im international renommierten FORBES Finance Council.

Mehr davon? Matthias publiziert nahezu täglich CFO- & M&A-Insights auf LinkedIn – und als Video auf YouTube.

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